Digital, sicher, erfolgreich – unter diesem Credo luden das QuadroCAD Fräszentrum und Goldquadrat im September 2014 zur Euroregio Digitale.

Um die Möglichkeiten der digitalen Fertigung nutzen zu können, ist keine eigene Fräsmaschine notwendig. Vielmehr zählen das Bewusstsein um das Potenzial der Technologien und das wissenschaftlich fundierte Know-how rund um Materialien und Vorgehensweisen. In diesem Sinne initiierte das Fräszentrum QuadroCAD (Geilenkirchen) die Euroregio Digitale 2014. In seiner Begrüßung wies ZTM René Stübner (QuadroCAD) darauf hin, wie wichtig er den gemeinsamen Austausch findet. Für die Euroregio Digitale 2014 hat er sich kompetente Unterstützung von Goldquadrat geholt. Wilhelm Mühlenberg (Geschäftsführer Goldquadrat) betonte, dass er das Miteinander als wesentlichen Erfolgsbaustein erachte; gerade bezüglich der Schnelllebigkeit digitaler Technologien.

Digitaler Workflow

Den ersten Vortrag hielt ZA Uwe Frings (Geilenkirchen), der sich seit Jahren mit dem digitalen Workflow beschäftigt. Röntgen, Farbmessung, Gesichtsbogenbestimmung, intraorale Datenerfassung – die Indikationen erweitern sich stetig. Er sprach über seine Erfahrung mit dem Intraoral-Scanner. „Die Scanner werden immer kleiner, schneller und genauer“, fasste er zusammen. Da es nach wie vor Indikationen gibt, in welchen er die konventionelle Abformung bevorzugt, ist in seinem Praxislabor der Modellscanner unverzichtbar. Am Ende seines Vortrags ging er auf die Grenzen des digitalen Workflows ein und äußerte den konkreten Wunsch: „Ich möchte das schnelle Provisorium, welches direkt in der Praxis geplottet werden kann.“ Gut vorstellbar, ähnlich wie ein Papierdrucker, könnte direkt nach der Datenerfassung im Mund die provisorische Versorgung in wenigen Minuten gedruckt werden.

Neues Material mit langer Geschichte

Roland Gröger (Juvora Dental) sprach über das Biomaterial PEEK und zeigte, wie es in die CAD/CAM-Fertigung integriert werden kann. Die JUVORA Dental Disc (reines PEEK) werden von Goldquadrat vertrieben.

Roland Gröger (Juvora Dental) sprach über das Biomaterial PEEK und zeigte, wie es in die CAD/CAM-Fertigung integriert werden kann. Die JUVORA Dental Disc (reines PEEK) werden von Goldquadrat vertrieben.

Roland Gröger (Juvora Dental) ging auf den Werkstoff Polyetheretherketon (PEEK) ein. Der Referent erläuterte die Eigenschaften des Materials und betonte mehrfach die hohe Relevanz eines Biomaterials. PEEK wird in der Humanmedizin seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt (zum Beispiel als Ersatzmaterial bei Defekten in der Schädelkalotte), hat eine knochenähnliche Festigkeit, ist physiologisch unlöslich, gewebefreundlich, zytotoxisch unbedenklich sowie thermisch isolierend. Auch in der Zahnmedizin und Zahntechnik gewinnt der teilkristalline Hochleistungskunststoff immer mehr Anhänger. Juvora Dental bietet hochreine, industriell hergestellte PEEK-Blanks für die CAD/CAM-gestützte Fertigung, die auch bei Goldquadrat bezogen werden können. Das Material enthält keinerlei Füllstoffe und gewährleistet somit alle Anforderungen an ein Biomaterial. Mit ebenfalls werkstoffkundlichen Ausführungen richtete sich Casper Smeets (Kuraray Noritake) an die Zuhörer. Der Referent widmete sich unter der Überschrift „Dentales Kleben. Die besten Klebestrategien“ der adhäsiven Befestigung und damit einer wichtigen Schnittstelle. Casper Smeets informierte über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Klebetechnik und sensibilisierte mit seinen Ausführungen für die Relevanz eines materialtechnischen Grundlagenwissens.

Die Workshops

Wenn die Zukunft schon Gegenwart ist. Testfahrten mit Elektroautos ergänzten das zeitgemäße Auftreten der Euroregio Digitale.

Wenn die Zukunft schon Gegenwart ist. Testfahrten mit Elektroautos ergänzten das zeitgemäße Auftreten der Euroregio Digitale.

Nach dem theoretischen Teil fanden praktisch orientierte Workshops statt. Marco Bruchhausen (Goldquadrat) präsentierte den Trios-Mundscanner (3Shape). Bei einem Live-Scan zeigte er die Leistungsfähigkeit des intraoralen Scanners. Nach dem Workshop ging es vom Kongresszentrum in das Fräszentrum QuadroCAD, wobei der Transport nicht über einen „normalen“ Shuttle organisiert wurde. Auch hier bekamen die Teilnehmer ein Gefühl für die – vielleicht nahe – Zukunft, denn sie fuhren in Elektrofahrzeugen (BMW I3, BMW I8) von A nach B. ZTM René Stübner widmete sich nun seinem Spezialthema: Der CAD/CAM-gestützten Fertigung. Er zeigte das Vorgehen am Beispiel der Fräsmaschinen Zfx Inhouse5x (Zfx Dental) sowie Quattro Mill Wet & Dry (Goldquadrat). Zudem stellte er den Zfx Evolution-Scanner vor.

Fazit

Gute Stimmung! Das persönliche Miteinander ist trotz digitaler Technologien die Basis einer erfolgreichen Arbeit.

Gute Stimmung! Das persönliche Miteinander ist trotz digitaler Technologien die Basis einer erfolgreichen Arbeit.

Eines wurde bei der Euroregio Digitale 2014 unmissverständlich in das Bewusstsein gerufen: Die computergestützte Fertigung von Zahnersatz ist etabliert. Doch trotz aller Raffinessen und der Begeisterung für digitale Möglichkeiten ist das persönliche Miteinander ausschlaggebend, denn die prothetische Zahnmedizin lässt sich – zum Glück – nicht nur auf Daten reduzieren.