„Zeit ist relativ – knapp“

Zeitmanagement in der Zahntechnik

Wer keine Zeit hat diesen Text zu lesen, sollte diesen Text lesen! Albert Einstein sagte im Zuge seiner Relativitätstheorie: Zeit ist relativ. Zeit ist in erster Linie ein subjektives Empfinden. Für den einen vergeht die Zeit wie im Flug. Für den anderen ziehen sich die Stunden wie Kaugummi. Wie Zahntechniker mit dem Thema „Zeit“ bewusster umgehen können, beschreibt der nachfolgende Beitrag.

Ein Selbsttest: Die am Ende eines Tages unter Hochdruck erledigten Aufgaben haben bei Verzicht auf die notwendigen Pausen zu qualitativ minderwertigeren Ergebnissen geführt. Die Fehlerquote stieg signifikant. Körper und Psyche wurden überdurchschnittlich belastet; und das alles in diesem konkreten Fall für eine Zeitersparnis von nur 12 Minuten! Ist es das wert?

„Schuld sind immer die anderen…“

… und in diesem Fall unser Biorhythmus. Prinzipiell hat der Mensch bei ausreichendem Schlaf zwischen 6 und 12 Uhr sein erstes Leistungshoch. Gegen 13 Uhr erfolgt ein Leistungsabfall. In dieser Phase wird eine Pause empfohlen, um den Körper auf das zweite Leistungshoch vorzubereiten. Die zweite Phase erreicht jedoch nicht mehr die anfängliche Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Ab 18 Uhr stellt sich ein rapider Leistungsabfall ein. Diesem Rhythmus kann sich selbst der leidenschaftlichste Zahntechniker auf Dauer nicht entziehen.


Dringend oder wichtig?

Auch wenn es nach Binsenweisheit klingt: Es ist sinnvoll, seine Zeit zu planen. Die Zauberwörter heißen: terminieren, delegieren, priorisieren und verwerfen. Diese Idee des Zeitmanagements basiert auf dem Eisenhower-Prinzip. Anfallende Aufgaben werden in vier Felder nach Dringlichkeit und Wichtigkeit eingestuft.

Zahntechniker im Flow mit ihrer Arbeit

Wenn sich jedoch der Zeitdruck in positiven Stress wandelt und in den Moment des „Flow“ übergeht, vergessen wir Zeit und Raum. Diesen Zustand hat jeder schon erlebt, z. B. beim Joggen, Spielen mit den Kindern, während des Malens oder beim selbstvergessenen Schichten einer Keramikbrücke. Wenn eine Tätigkeit Freude bereitet, werden schnell bessere Ergebnisse erzielt und das bei geringerer Fehlerquote.

„Wer Zeit verschwendet, hat mehr davon.“

Zahntechniker kennen die Geschichte!

Ein ambitionierter Zahntechniker verblendet seit zwei Stunden mit Freude und Konzentration eine Komplettsanierung. Er ist im Flow – gelöst von Zeit und Raum. Plötzlich „platzt“ ein Kollege rein, hält ihm das Telefon hin und sagt: „Die Praxis hat eine Frage!“. In dem Moment fällt das Modell samt aufwändiger Schichtung aus der Hand. Die Arbeit von zwei Stunden ist vernichtet. Es ist 16 Uhr. Die Restauration soll am nächsten Morgen eingesetzt werden! Eigentlich ist er zu einem Konzert verabredet. Er greift zum Telefon, um seiner Frau zu sagen, dass es mal wieder später wird und möchte im Anschluss seinem Freund absagen. Stopp! In diesem Moment erinnert er sich an das Eisenhower-Prinzip. Er verwirft sein Vorhaben und verschiebt den Fertigstellungstermin.

Wem sich an diesem Punkt die Nackenhaare hochstellen, sollte kurz reflektieren, was dem Zahnarztkunden und dem Patienten ein ausgebrannter Zahntechniker nützt, der keine zufriedenstellenden Ergebnisse mehr liefert.

Ihr Christian Lang, Zahntechnikermeister und Dental-Business-Coach.

Christian Lang, Zahntechnikermeister und Dental-Business-Coach

Christian Lang, Zahntechnikermeister und Dental-Business-Coach

Kontakt zum Autoren: www.dental-business-coach.de. Erfahren Sie mehr über ein bewusstes sowie selbstbestimmtes Arbeits- sowie Privatleben und/oder über sich selbst! Der Zahntechniker und zertifizierte Coach begleitet Sie professionell und mit einem maßgeschneiderten Konzept – immer mit dem Bewusstsein für Ihre ganz individuelle Lebenssituation.

 

Bildquellen: Grafik | A. Kieschnick, Bild | C. Lang

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