Am 25. Januar hat Goldquadrat in Berlin einen Informationsabend veranstaltet. Die persönliche Atmosphäre und die besondere Location waren die perfekte Ergänzung zu den informativen Vorträgen. Rüdiger Bach (Geschäftsführer Goldquadrat) begrüßte die Teilnehmer in der „Schankhalle Pfefferberg“ in Berlin-Mitte.

Rüdiger Bach (Geschäftsführer Goldquadrat) begrüßt die Teilnehmer, die für diesen Abend sogar aus Leipzig und Dresden nach Berlin gekommen sind.

Rüdiger Bach (Geschäftsführer Goldquadrat) begrüßt die Teilnehmer, die für diesen Abend sogar aus Leipzig und Dresden nach Berlin gekommen sind.

Stolpersteine „CAD/CAM“

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Ich und mein Computer – ZTM Christian Hannker ging auf Stolpersteine ein, die Zahntechnikern in der digitalen Welt im Weg liegen können. Er zeigte, wie diese weggeräumt oder im Idealfall umgangen werden können.

Stolperstein „CAD-Datenerfassung“: Optische Scanner sind schnell, haben eine gute Datendichte und eine hohe Präzision. Kritisch sind glänzende Oberflächen oder scharfe Ecken. Da schafft der taktile Scan Abhilfe. Vorteil ist die präzisere Kantendarstellung (ohne Scanpuder). Nachteil ist die Dauer des Scanvorgangs. Daher favorisiert er beide Verfahren und stellte eine pfiffige Variante (Exocad-Software) vor, mit der die Daten exakt zusammengeführt werden können.

Stolperstein „CAM-Software“: Zunächst hielt der Referent ein Plädoyer für offene Systeme. Als intuitive Software bietet im die „GQ CAM“ die Flexibilität, die er sich im Arbeitsalltag wünscht. Diverse Unterprogramme (z. B. Steg-Arbeiten), schnelle Berechnungszeiten und die Möglichkeit, unterschiedliche Datenformate zu verarbeiten sind einige von ihm angesprochene Besonderheiten der Software. Er stellte pfiffige Tools der CAM-Software vor. Es waren die vielen Tricks und Tipps aus seinem Alltag, die diesen Vortrag lebendig und informativ werden ließen. Bezüglich der Fräsmaschinen ist der Referent in seinem Labor breit aufgestellt und bezeichnete beispielsweise die Quattro Mill (Goldquadrat) als beliebten Alleskönner. Aber was bringt die Zukunft? Den 3D-Druck erachtet er als zukunftsweisend, wobei er der Entwicklung noch Zeit geben möchte. „Das Drucken von individuellen Löffeln ist mein Herzenswunsch“, beendete er seinen Vortrag.

„Das war ein digitales Feuerwerk mit zahntechnischer Raffinesse.“ – Rüdiger Bach

Der 3-Drucker form 2 (Formlabs)

ZTM Jens Neubarth ist ein Pionier der dentalen 3D-Drucktechnik. Er stellte den Drucker form 2 (Formlabs) vor.

ZTM Jens Neubarth ist ein Pionier der dentalen 3D-Drucktechnik. Er stellte den Drucker form 2 (Formlabs) vor.

Welche Möglichkeiten ein moderner 3D-Drucker dem zahntechnischen Labor bietet, zeigte ZTM Jens Neubarth. Er gehört zu den Pionieren der Drucktechnologie im Dentallabor. Seit Jahren beschäftigt sich der Zahntechniker mit dem 3D-Druck. Zudem war er als sogenannter Kickstarter an der Entwicklung des heute populären formlabs 2 beteiligt.

In seinen Ausführungen beleuchtete er Indikationen und sprach über Erfahrungen. Hauptsächlich gedruckt werden in seinem Labor Modelle, Bohrschablonen, Modellguss-Gerüste (CAD-cast), Kronen für die Presstechnik sowie Steg- und Geschiebearbeiten (CAD-cast). „Der form 2 ist anwenderfreundlich und bietet charmante Tools. Die Benutzeroberfläche ist einfach gestaltet und alltagstauglich“, so der Referent.

GQ Formlabs Service-Pakete

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Der form 2 (Formlabs) überzeugt mit einer hohe Präzision, seinem smarten Design, den offenen Schnittstellen und der bereits heute relativ breiten Material-Palette. Der 3D-Drucker wird von Goldquadrat vertrieben, wobei die Service-Pakete eine Besonderheit sind. Telefon-Support, Installation und Erstanweisung vor Ort sind einige komfortable Bestandteile der GQ Service-Pakete.

„Mit diesem Drucker haben wir ein Preissegment erreicht, bei dem sich der Einstieg in die Technologie lohnt.“ – Rüdiger Bach

Antikorruptionsgesetz – und nun?

Anna Steeger bei ihrem Vortrag über das Antikorruptionsgesetz, das laut ihrer Aussage keine neuen Verbote geschaffen hat.

Anna Steeger bei ihrem Vortrag über das Antikorruptionsgesetz, das laut ihrer Aussage keine neuen Verbote geschaffen hat.

Fernab vom digitalen Alltag agiert Anna Stenger tagtäglich. Sie ist Rechtsanwältin für Medizinrecht und beschäftigt sich u. a. viel mit dem Antikorruptionsgesetz. Das war auch ihr Thema an diesem Abend. Sie begann mit der überraschenden Aussage, dass das neue Gesetz keine zusätzlichen Verbote geschaffen hat. Aber: Die Qualität der Sanktionen habe sich geändert. Die Referentin verwies darauf, dass nicht nur Angehörige der Heilberufe (z. B. Zahnärzte), sondern auch Hersteller von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln sowie Medizinprodukten (z. B. Dentallabore) ihre Vertriebssysteme sowie Kundenbindung auf korrupte Verhaltensweisen (teilweise unbewusst) überprüfen sollten. Ein wettbewerbswidriges Verhalten und Verstöße gegen das Berufsrecht können heute als Straftat gelten. Sie sensibilisierte für viele Feinheiten und Fallstricke, die auftreten können. Hierzu gehört z. B. auch das Partnerfactoring. Dieses Geschäftsmodell sei strafrechtlich relevant und könne – je nach Staatsanwaltschaft – ein Anlasse für ein Ermittlungsverfahren sein.

„Ein trockenes Thema, das von der Referentin frisch und praxisnah aufbereitet worden ist.“ – Rüdiger Bach

Fazit

Die Protagonisten des Abends (v.li): ZTM Christian Hannker, Rüdiger Bach, ZTM Jens Neubarth und Anna Steeger

Die Protagonisten des Abends (v. l.): ZTM Christian Hannker, Rüdiger Bach, ZTM Jens Neubarth und Anna Steeger

Also: Wo stehen wir und wie geht’s weiter mit der Zahntechnik? Digital und Handwerk – die sinnvolle Verknüpfung stand im Mittelpunkt des Vortrags von ZTM Hannker. Der 3D-Druck (z. B. mit dem form2) ist für ZTM Neubarth die zukunftsweisende Technologie. Demnächst werde die Materialentwicklung weitere interessante Indikationen ermöglichen. „Kommunikation als wichtige Basis für die Zukunft“, könnte das Fazit aus dem Vortrag von Anna Steeger lauten. Denn wenn, dann machen sich in vielen Fällen Zahnarzt und Zahntechniker strafbar. Daher gilt es, sich gegenseitig unterstützen und schützen zu können: Sich austauschen und sich informieren! Eben dieses macht eine Plattform wie die GQ-Events so nützlich. In kollegialer Runde können diese sensiblen Themen gut und zielgerichtet kommuniziert werden.

Bilder © Annett Kieschnick, Berlin