Am 26. November 2016 fand der 3. „Keramik“ Day von Kuraray Noritake und Goldquadrat statt. Vier Referenten begeisterten mit ihren praxisorientierten Ausführungen zu keramischen Materialien in der prothetischen Zahnmedizin und sensibilisierten für eine zeitgemäße Zahntechnik.

Lust auf pure Ästhetik – Das Kongressmotto für den „Keramik“ Day hätte nicht besser gewählt werden können. Der 1. „Keramik“ Day im Jahr 2014 begann mit allem, was dazu gehört: Aufregung vor dem ersten Date und dann ein Feuer, das am Ende alle entflammte. Das zweite Date im Jahr 2015 bot die gelungene Fortsetzung. Am 26. November 2016 fand der 3. „Keramik“ Day statt und erneut präsentierte sich die Veranstaltung mit einem geschliffenen Gesamtkonzept aus Leidenschaft für die Zahntechnik, Inspiration für keramische Produktkonzepte und ausgefeilten Präsentationen.

Nichts ist so vielfältig wie das Leben!

3-keramik-day-70

Nachdem der 1. und 2. „Keramik“ Day geprägt waren von handwerklichem Know-how und Vorgehensweisen rund um keramische Restaurationen, stand in diesem Jahr ein Potpourri für eine erfolgreiche Zahntechnik im Fokus. „Wir werden heute Gesamtkonzepte sehen, die in einer zeitgemäßen Zahntechnik münden. Die Referenten geben uns einen spannenden Blick über den Tellerrand“, mit diesen Worten begrüßte Wilhelm Mühlenberg (Goldquadrat) die mehr als 160 Zuhörer.

Gestern – Heute – Morgen

3-keramik-day-30

ZTM Alexander Fink (München) zog seine Zuhörer mit ehrlicher Reflektion und starker Emotion in den Bann. Sein innovativer Vortragsstil begeisterte bereits beim 1. und 2. „Keramik“ Day. In diesem Jahr knüpfte er daran an – eine Mischung aus Coaching, Zahntechnik und Werkstoffkunde. In seinem Vortrag betrachtete er den Wandel in der Zahntechnik und nahm das Auditorium mit auf seine persönliche Reise durch die Zeit. Er sprach über die vergangenen 42 Jahre als Zahntechniker und befasste sich u. a. mit der mentalen Stärke. „Ihre zukunftsfähige Vision für Ihr Labor, die Sie mit Ihren besonderen Fähigkeiten und Alleinstellungsmerkmalen berücksichtigt, kann Wirklichkeit werden“, so der Referent. Die Stützpfeiler für den Erfolg seien die Persönlichkeit und die Kommunikation. Ab 2017 wird Alexander Fink mit der Seminarreihe „DentalHERO“ starten und Zahntechnikern Wege zum nachhaltigen Erfolg aufzeigen.

Geschichte oder Goldstandard?

3-keramik-day-40

Der zahnmedizinisch geprägte Vortrag von Prof. Dr. Thomas Morneburg (Bamberg) war auch für das zu einem großen Teil aus Zahntechnikern bestehende Publikum interessant. Der Referent widmete sich den Stiftaufbauten. Der Trend gehe in Richtung konfektionierter, nichtmetallischer Materialien aus faserverstärktem Komposit, wobei dies vom Referent kritisch betrachtet worden ist. Er stellte eine aktuelle Studie vor, welche besagt, dass Metallstifte eine höhere Überlebensrate haben. Prof. Morneburg favorisiert bei entsprechender Indikation den konfektionierten Titanstift. „Dieser ist eine solide und sichere Versorgungsgrundlage!“ Auf Basis des Titanstifts wird ein Stiftaufbau aus Komposit hergestellt. Dies sei im Vergleich zum gegossenen Stumpf schneller und effizienter. Die adhäsive Befestigung erfolgt bei ihm mit Panavia V5 (Kuraray Noritake).

Ein alltäglicher Balanceakt

3-keramik-day-10

Wie schaffen Zahntechniker den Spagat zwischen Individualität und Effizienz? Dieser Frage ging ZTM Björn Roland (Klein-Winternheim) auf den Grund und stellte seine Antwort mit einer didaktisch erstklassigen Präsentation vor. Der Zahntechniker ging darauf ein, wie bewährte Konzepte im Sinne der Effizienz mit modernen Materialien kombiniert werden können. Er sprach über digitale Konzepte, die handwerkliches Können ergänzen. Hinzu gesellen sich polychromatische Zirkonoxide (Katana ML, Kuraray Noritake). ZTM Roland stellte die mehrschichtigen Zirkonoxid-Discs UTML (Ultra Translucent) und STML (Super Translucent) vor und zeigte Unterschiede auf. Die vollanatomische Einzelzahnrestauration erachtet Björn Roland beim Wunsch nach einer kostenreduzierten Versorgung als adäquate Alternative. Bei hochästhetischen Anforderungen fertigt er ein anatomisch reduziertes Gerüst aus polychromatischem Zirkonoxid und komplettiert die Zahnform mittels Schichtung.

Die Ästhetik einer modernen Keramik

3-keramik-day-60

Virtuos und grandios – ZTM Kazunobu Yamada (Nagoya, Japan) gab fundierte Einblicke in zeitgemäße Techniken bei der Fertigung keramischer Restaurationen. Der Referent entführte die Zuhörer in die Welt der transluzenten Zirkonoxide (Katana STML, UTML) und zeigte das Potenzial, was in diesem Material steckt. „Um es umsetzen zu können, musst du es verstehen“ lautet eine japanische Weisheit und eben diese stand im Mittelpunkt seines Vortrags. Sein zahntechnisches Vorgehen gleicht einem virtuosen Spiel aus Keramikpulver, Lustermassen, Malfarben, Formgefühl und Pinselführung. Kazunobu Yamada vermittelte die Leichtigkeit seiner Schichtkunst und schöpfte hierbei aus dem Vollen. Am Ende des Vortrags machte er neugierig auf ein Neu-Produkt von Kuraray Noritake (FC Paste). Diese pastöse Glasurmasse wird in 27 verschiedenen Farbnuancen erhältlich sein und ergänzt den Systemgedanken der CZR Keramik.

Kreativität und neues Denken

3-keramik-day-20

3-keramik-day-50_2

Eine Besonderheit der Veranstaltung war die visuelle Darstellung der Vorträge. ZTM Christian Lang (Köln) hat den Keramikpinsel aus der Hand gelegt und zum Stift gegriffen. Als Graphic Recorder skizzierte er relevante Inhalte aus den Vorträgen auf eine Leinwand. „Der Mensch denkt zu zirka 80 % in Bildern. Durch die Visualisierung können sich die Teilnehmer nach dem Kongress wichtige Inhalte in Erinnerung rufen und Emotionen mit nach Hause nehmen,“ erläutert er das Konzept.

Bilder: Annett Kieschnick