Der erfahrene Zahntechnikermeister Jan Rissmann (Jessen) spricht über die Vorzüge der CAD/CAM-gestützten Fertigung von NEM-Gerüsten. Zudem geht er auf die Werkstoffeigenschaften eines besonderen CoCr-Fräsrohlings ein: Quattro Disc NEM Soft.

Wir sehen das so: Nur für starke Produkte machen Kunden Werbung!


Herr Rißmann, welche Erfahrungen haben Sie mit CoCr-Fräsrohlingen?
Rißmann: CAD/CAM ist in unserem Labor seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil. Wir gehörten zu einen der ersten Labore Deutschlands, die CoCr-Blanks verarbeitet haben. Seither probierten wir im Alltag viele Materialien und mussten erstaunlich große Unterschiede feststellen. Heute arbeiten wir vorzugsweise mit der CoCr-Fräslegierung Quattro Disc NEM Soft.


Wo liegt der Vorteil der maschinellen Verarbeitung von NEM?
Zunächst in der Materialhomogenität. Hochwertige Blanks weisen weder Lunker noch Einschlüsse oder Verunreinigungen auf. Hinzu kommen die standardisierten Parameter, die reproduzierbare Ergebnisse gewähren. In der Gusstechnik beeinflussen viele Variablen das Ergebnis. In der CAD/CAM-Technik arbeiten wir mit den Werten 0 und 1. Es werden also immer wieder gleichbleibende Pfade befolgt. Als weiteren Vorteil nenne ich die hohe Passungsgenauigkeit und die spannungsfreie Passung der gefrästen Strukturen.


Welche wirtschaftlichen Vorteile gibt es?
Wertschöpfung ist höher, wobei wir den kompletten Arbeitsprozess in die Kalkulation einbeziehen müssen. Wir können nicht nur Materialkosten und Verschleiß gegenüberstellen. Die komplette Prozesskette ist im CAD/CAM-Bereich wesentlich kürzer, was bei unserer Laborstruktur in der Gesamtheit eine Kostenersparnis ausmacht.


Warum bevorzugen Sie die CoCr-Fräslegierung Quattro Disc NEM Soft?
Auf die Blanks sind wir nach mehreren Testläufen mit verschiedenen anderen Produkten gestoßen. Überzeugt haben uns die durchgehende Qualität und die gleichmäßige Materialgüte. Während wir bei anderen Rohlingen immer wieder unterschiedliche Gütephasen feststellen mussten, war das bei dem Quattro Disc NEM Soft nicht der Fall. Bisher haben wir keine Phasen-Ablagerungen von Chrom oder Kupfer festgestellt.

Technische Daten der Quattro Disc NEM Soft
Dichte: 8,8 g/cm3
Vickershärte: 300 HV 5/30
WAK-Wert 25-500°C 14,4
E-Modul 200.000 MPA

Was hätte das für Konsequenzen?
Phasen-Ablagerungen wirken sich negativ auf das Fräsergebnis aus. Zudem verkürzt sich die Werkzeugstandzeit, was mir als Laborinhaber ebenso Bauchschmerzen bereitet, wie die mangelhafte Qualität des Gerüstes.


Wie stellt sich die Homogenität und die Vickershärte im Arbeitsalltag dar?
Durch die Vickershärte 300 HV „schneidet“ sich das Material besser und die Gerüste sind gut zu polieren. Doch auch hier ist die Gesamtheit zu betrachten. Bei einem homogenen Rohling lässt sich eine Krone einfach besser polieren. Das Ausarbeiten ist erheblich erleichtert und der Glanz der fertigen Krone ist gleichmäßig sowie schattenfrei.

Vollanatomisch gestaltete Brücke von 35 auf 37. Glatte, gleichmäßige Oberfläche unmittelbar nach dem Fräsen.

Nach der Politur: Die „softe“ Ausarbeitung und die gute Polierbarkeit resultieren aus der Materialhomogenität.

Nach der Politur: Die „softe“ Ausarbeitung und die gute Polierbarkeit resultieren aus der Materialhomogenität.


Herr Rißmann, was können Sie zum Werkzeugverschleißes sagen?
Die CNC-Technik ist ein spanender Prozess. Das Fräswerkzeug hat eine Schneidegeometrie, die in den Rohling eindringt. Trifft eine der Schneiden auf eine inhomogene oder extrem harte Phase im Rohling, platzt ein Teil aus der Schneide heraus und das Werkzeug ist schnell verschlissen. Bei der Arbeit mit Quattro Disc NEM Soft haben wir einen geringeren Werkzeugverschleiß festgestellt. Die Fräswerkzeuge haben eine erhöhte Standzeit, was insbesondere an der Homogenität liegt.


Wie erfolgt die keramische Verblendung eines Gerüstes aus Quattro Disc NEM Soft?
Wir verwenden einen Bonder und verhindern so das Phänomen von Sprüngen oder Abplatzungen. Auch das ist beim Kalkulieren der Kostenersparnis einzubeziehen. Jeder Keramiker kennt das unschöne Gefühl von Spätsprüngen. Das gibt es in unserem Prozessablauf nicht mehr. In der Regel gelangen wir komplikationslos von der virtuellen Konstruktion zur fertig verblendeten Brücke.


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Bildquelle: Jan Rissmann, Jessen