Hohe Lichttransmission und effiziente Arbeitsabläufe sind die Hauptargumente für die monolithische Fertigung. ZTM Björn Roland (Klein-Winternheim) gibt in einem Artikel wertvolle Anwendungsempfehlungen für die Herstellung einer langlebigen Zirkonoxid-Krone.

Jedwede Nicht-Beachtung der gnathologischen Regeln ist potenzieller Auslöser für die Schädigung des stomagnathen Systems.

Der Autor beschreibt in einer Publikation in der ZWL (Oemus), wie er den Balanceakt zwischen Funktion, Ästhetik und Wirtschaftlichkeit mit Sicherheit bewältigt. Verwendete Materialien und Werkzeuge sind auf die Indikation „monolithisch“ abgestimmt! Ohne materialtechnische Anforderungen zu vernachlässigen, gelangt er in wenigen Schritten zum Ergebnis. In der Publikation gibt er drei erprobte Empfehlungen.

– Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Großes bewirken können!

 

Einblicke in den Artikel:

Tipp 1: Materialwahl

Das Zirkonoxid sollte in seinen Eigenschaften auf die Indikation „monolithisch“ abgestimmt sein. Viele Parameter müssen übereinstimmen; nur die hohe Transluzenz und Lichttransmission sind nicht ausreichend. Auch hinsichtlich der Härte sind die Anforderungen an eine Vollanatomie zu erfüllen. Der Autor verwendet vornehmlich das polychromatische Zirkonoxid KATANA Zirconia* ML (Kuraray Noritake Dental, Distribution Deutschland: Goldquadrat).

Abb. 1 Konstruktion der vollanatomischen Krone

Abb. 1 Konstruktion der vollanatomischen Krone

Abb. 2 Die Krone wurde aus einer KATANA STML-Disc herausgeschliffen

Abb. 2 Die Krone wurde aus einer KATANA STML-Disc herausgeschliffen

*KATANA Zirconia ist in den Varianten ML (polychromatisch), STML (supertransluzent) und UTML (ultratransluzent) erhältlich. STML-Blanks haben zusätzlich zum fließenden Farbverlauf eine abgestufte Transparenz. Neben den exzellenten Farbeigenschaften ist die vergleichsweise geringe Härte zu betonen. Herkömmliches Zirkonoxid hat eine Biegefestigkeit von zirka 1100 MPa. Hingegen liegt KATANA STML mit zirka 700 MPa deutlich darunter, jedoch noch immer über den Werten einer Glaskeramik oder von Lithium-Disilikat.

Tipp 2: Sachgemäße Bearbeitung vor dem Sintern

Die sachgemäße Bearbeitung von Zirkonoxid beginnt im Weißlingszustand. Der Autor verschleift die Haltestifte mit einem speziellen Weißlingspolierer (Komet). Mit dem 2-Zonen-Arbeitsteil bearbeitet er die Krone vor dem Sintern gezielt und effizient. Nach dem Sintern zeigen sich ein schönes, glattes Schliffbild und die gewünschte Oberflächentextur.

Abb. 3 Der speziell konzipierte Weißlingspolierer mit einem 2-Zonen-Arbeitsteil

Abb. 3 Der speziell konzipierte Weißlingspolierer mit einem 2-Zonen-Arbeitsteil

Abb. 4 Schliffbild nach dem Sintern

Abb. 4 Schliffbild nach dem Sintern

Tipp 3: Oberflächenveredlung nach dem Sintern

Wir alle kennen die Diskussionen um das vermeintlich erhöhte Abrasionsverhalten vollanatomischer Zirkonoxid-Restaurationen. Dieses Risiko minimiert sich durch eine korrekte Veredelung der Restauration. Die Abrasivität hängt von der Oberflächenglätte ab! Wichtiges Hilfsmittel für ZTM Roland ist eine Lithiumsilikat-Glaskeramik aus der Sprühdose (CeraFusion*, Komet). Damit erarbeitet er auf effizientem Weg eine hochglatte Oberfläche.

Abb. 5 Auftragen der transparenten Lithium-Silikat-Glaskeramik CeraFusion.

Abb. 5 Auftragen der transparenten Lithium-Silikat-Glaskeramik CeraFusion.

Abb. 6 Adäquate hochglatte Oberfläche der

Abb. 6 Adäquate hochglatte Oberfläche der

*CeraFusion ist eine transparente Lithiumsilikat zum Sprühen. Monolithische Restaurationen aus Zirkonoxid können damit auf schnelle Weise fertiggestellt. Das Material wird dünn auf die gesinterte Restauration aufgesprüht. Bei einem Brennvorgang (920 °C) diffundiert die Lithiumsilikat-Glaskeramik in das Zirkonoxid und geht einen Haftverbund mit der Restauration ein. Im Gegensatz zur Glasurmasse diffundiert CeraFusion in das Zirkonoxid (2 µm) ein und bildet somit eine feste, unlösbare Verbindung mit der Restauration.

Zusammenfassung

Abb. 7 Fertige Krone mit markierten okklusalen Kontaktflächen

Abb. 7 Fertige Krone mit markierten okklusalen Kontaktflächen

Aufgrund der vergleichsweise geringen Härte scheint Zirkonoxid Katana STML (Kuraray Noritake) optimal für monolithische Restaurationen geeignet. Dank des Weißlingspolierers (Komet) ist vor dem Sintern eine materialgerechte Bearbeitung möglich. Mit der Lithiumsilikat-Glaskeramik aus der Sprühdose (CeraFusion, Komet) wird auf effizientem Weg eine hochglatte und dichte Oberfläche erreicht.

Vollanatomie einfach gemacht!

Erfahren Sie in diesem praxisnahen Artikel wie monolithische Versorgungen sicher in das prothetische Arbeitskonzept integriert werden. Der Autor sensibilisiert dafür, funktionelle Grundregeln nicht außer Acht zu lassen.

„Monolithische Zirkonoxid-Restaurationen haben aus materialtechnischer Sicht das Potenzial, sich als Standardversorgung zu etablieren – wenn die materialtechnischen Anforderungen strikt beachtet werden!“

Bildquelle: Björn Roland